News vom 21.04.2021

Ronja Zannoni, Doktorandin vom Zentrum für Integrative Psychiatrie gGmbH in Kiel, sucht aktuell männliche Teilnehmer über 18 Jahre mit einer pädophilen Neigung für eine EEG-Untersuchung zu den zentralnervösen Verarbeitungsprozessen bei Pädophilie.

Den Studienaufruf gibt es hier: https://zip.uksh.de/uksh_media/Dateien_Kliniken_Institute+/ZIP/ZIP/Studien_Informationen/Studienflyer+Pädophilie.pdf

Bei Fragen oder Interesse an einer Studienteilnahme können sich Interessenten direkt per Mail an ronja.zannoni@uksh.de melden.

Abschließend noch einige zusätzliche Antworten auf Fragen, die wir mit Frau Zannoni im Vorfeld geklärt haben und mit ihren Einverständnis hier veröffentlichen dürfen.

  1. Haben Sie ein Datenschutzkonzept für die Studie? Gibt es also die Möglichkeit, anonym teilzunehmen und die Aufwandsentschädigung zu erhalten? Was passiert insbesondere mit den Speichelproben, werden diese nach Auswertung der Studie vernichtet?

Antwort: Ein strenges Datenschutzkonzept liegt vor, welches von der zuständigen Ethikkommission der Medizinischen Fakultät der CAU Kiel positiv geprüft ist. Die Probanden erhalten diese Informationen ausführlich im Rahmen der Probandeninformation und Einwilligungserklärung (wird vorab per E-Mail zugesendet). Alle Probandendaten (inkl. Biomaterial) werden umgehend pseudonymisiert (d.h. durch einen Code ersetzt), es werden keine Klardaten (z.B. Namen o.ä.) ausgewertet. Eine vollständig anonyme Teilnahme ist leider nicht möglich, da die Probanden jederzeit die Möglichkeit haben müssen, die Vernichtung der Speichelprobe zu verlangen (bei einer anonymen Teilnahme wäre die Speichelprobe nicht mehr dem Träger zuzuordnen – durch die Pseudonymisierung mittels des Codes kann im Fall der Fälle eine Re-Identifizierung durch den Studienleiter erfolgen und die Speichelprobe kann auf Wunsch des Probanden vernichtet werden). Im Normalfall werden alle Probandendaten (inkl. Biomaterial) gemäß DSGVO für 10 Jahre bei der Biobank aufbewahrt (Institut für Endokrinologie der Uni Hamburg, mit welchem wir in dieser Studie kooperieren). Allerdings gibt es zu jeder Zeit die Möglichkeit (z.B. nach der Auswertung), die Löschung/Vernichtung der Daten zu verlangen.

Wichtig zu wissen wäre noch Folgendes: Aufgrund unseres Hygienekonzeptes im Zuge der Corona-Pandemie sind wir dazu angehalten, den Namen und die Kontaktdaten der Probanden zu erfassen, um etwaige Infektionsketten im Notfall zurückverfolgen zu können. Diese Daten werden jedoch separat von den Studiendaten gelagert und nur für den o.g. Fall verwendet.

  1. Gibt es ein ethisches Konzept für die Studie? Gerade Forschung, die mit "Hirnscans" pädophiler Menschen zu tun hat wird häufig von der Motivation vorangetrieben, pädophile Menschen grundsätzlich erkennen und z.B. aus Berufen mit Kindern ausschließen zu können. Unsere Befürchtung ist hierbei, dass Forschung in diesen Bereich letzten Endes zur Stigmatisierung und Diskriminierung pädophiler Menschen genutzt werden kann.

Antwort: Diese Befürchtungen kann ich gut verstehen und wir wollen mit der Studie ein Stück weit dazu beitragen, die Ursachen der Pädophilie weiter aufzuschlüsseln und damit auch zur Entpathologisierung beizutragen. Die gesamte Studie ist mit einem positiven Ethikvotum der Medizinischen Fakultät der CAU Kiel geprüft (AZ 445/20).

  1. Wie genau definiert sich "gesund"? Sind damit auch psychische Krankheiten ausgeschlossen oder nur körperliche?

Antwort: Psychische Krankheiten sind generell keine Kontraindikation für die Studienteilnahme, es sei denn, es liegt ein Alkohol- und Drogenmissbrauch vor. Ein weiteres Ausschlusskriterium wäre eine photosensitive Epilepsie (bei den genannten Kriterien könnten wir die EEG-Untersuchung nicht durchführen).

  1. Warum richtet sich die Studie ausschließlich an Männer? Es gibt bei uns schon einmal mindestens eine pädophile Frau, die auch an einer Teilnahme Interesse gehabt hätte.

Antwort: Das ist ein wichtiger Punkt. Wir schließen aus zwei Gründen nur Männer ein: die Hypothese der erotisierten Vaterliebe als mögliche Ursache der Pädophilie ist bisher nur einmalig an Männern getestet worden und es ist anzunehmen, dass bei Frauen andere neuronale Strukturen eine Rolle spielen, die sich in dieser Studie mit dem konzipierten Design nicht unbedingt erfassen ließen. Der zweite Aspekt ist, dass wir hinreichend große Stichproben benötigen, um statistische Analysen durchführen zu können – die Prävalenz der Pädophilie ist bei Männern höher als bei Frauen (soweit der aktuelle Forschungsstand). Die weibliche Pädophilie ist leider noch unerforschter als die männliche Pädophilie – ich gebe Ihnen aber vollkommen recht, dass hier auch Studien notwendig sind.

  1. Wird es für Teilnehmer auch die Möglichkeit geben, die Ergebnisse bei Interesse zu bekommen?

Antwort: Die Ergebnisse der Studie sollen in einschlägigen Fachjournals publiziert werden, wir würden Sie zu diesem Zeitpunkt selbstverständlich darüber informieren. Allgemein werten wir am Ende die gesamten Datensätze aus und keine einzelnen Probandendaten. Sollte aber im Ausnahmefall spezifisches Interesse an einzelnen Daten bestehen (z.B. am Hormonstatus der Speichelproben), können die Probanden uns kontaktieren und wir schauen, ob wir individuelle Informationen vorliegen haben.