Statements von Unterstützern

Was sagen eigentlich andere Menschen über uns?

Auf den anderen Seiten berichten wir über unsere persönlichen Erfahrungen und Sichtweisen und im Allgemeinen über die Stigmatisierung pädophiler Menschen. Hier findest du die Meinung nicht-pädophiler Menschen, die mit uns in Kontakt stehen und uns ihre Sichtweise zu unserer Situation geschildert haben.

Inhalt

  1. Statement von Tierglück
  2. Statement von Marion
  3. Statement von Weisskuchen
  4. Statement von Bouře

Statement von Tierglück

Als ich das erste Mal durch Zufall auf der Plattform Gutefrage auf das Thema Pädophilie gestoßen bin, habe ich mir nicht viel gedacht. Was auch? Ich habe das gehört und gewusst, was alle zu wissen glauben: Pädos sind böse und missbrauchen Kinder. Ich muss dazu sagen, dass ich das nie ganz vertreten habe, da ich mich nicht damit auseinandergesetzt habe. Ich habe kaum Vorurteile und möchte auch keine, ich möchte mich erst mit der Thematik beschäftigen und mir danach meine eigene Meinung bilden.

Zumindest war ich auf dieser Frage und hab mir aus Langeweile die Antworten durchgelesen. Danach auch weitere Fragen und Antworten zum Thema Pädophilie. Immer wieder stieß ich auf den Nutzer „WatchingTheSky“, natürlich auch auf andere, er ist mir aber irgendwie sehr schnell aufgefallen. Ich begann, mehr übers Thema zu lesen, Fakten zu googeln, Informationen zu finden. Und schon bald war ich der Meinung: Wieso sollte man Pädophile verurteilen? Das wäre doch, als würde man einfach mal alle Männer als Missbrauchstäter von Frauen abstempeln … denn es gibt ja Männer, die Frauen vergewaltigen.

Ich bin eine Person, die Ungerechtigkeit nicht ausstehen kann. Das konnte ich noch nie. Und aufgrund von etwas diskriminiert zu werden, das man nicht beeinflussen kann und das niemandem schadet, finde ich einfach überhaupt nicht okay.

Ich schreibe mit einem von den Autoren dieser Seite seit einiger Zeit, er hat mir bei einigen Sachen geholfen und ist mir sehr sympathisch. Dass er pädophil ist, ändert gar nichts an ihm als Person. Und ich finde es traurig, zu sehen und hören, wie intolerant die Menschheit noch ist. Wenn eine Gruppe akzeptiert wird, wird die nächste diskriminiert und so geht das weiter …

Selbst Personen, die sich selbst als tolerant und offen beschreiben würden, machen bei Pädophilen plötzlich eine Ausnahme. Das musste ich auch mit meiner Abschlussarbeit merken, wo ich es in einer Kurzgeschichte erwähnt habe. Leider denken die wenigsten weiter, die meisten haben ihre Vorurteile und ändern diese nicht.

Ich bitte alle, mal darüber nachzudenken. Denn diese ständige Stigmatisierung macht höchstens alles schlimmer. Kurzes Überlegungsspiel: Homosexuelle sind für viele (zum Glück) kein Problem mehr. Aber wenn zum Beispiel ein Mann einen anderen Mann missbraucht, dann ist das logischerweise ein Problem. Deshalb sind aber noch lange nicht alle Homosexuellen gleichzeitig Missbrauchstäter, oder? Mit Pädophilen sieht das doch genau gleich aus. Oder wieso sollte es hier anders sein?

Statement von Marion

Nach langer Fahrt; Stehst du am Meer; Lässt die Reise hinter dir; Und dein Weg weist in die Unbekannte See.

Wie viele Menschen mögen sich so fühlen, bis sie ihre eigene Sexualität/romantische Orientierung entdeckt haben? Ich denke, viele Menschen, die nicht heteronormativ sind, haben einen langen Weg, bis sie ihre Sexualität gefunden haben. Das erste innere Erkennen ist wichtig – es ist, wenn ich zu den Liedzeilen oben zurückkomme: das ans Meer Kommen. Nun liegt vor einem eine unbekannte See.

Das Meer kann einen verschlingen, oder einem Geborgenheit und Glück schenken, Sehnsüchte erfüllen, wenn man es kennenlernt und lernt damit umzugehen.

Aber wie lernt man es kennen in Liebesdingen? Dazu bedarf es einem Heraustrauen auf das Meer, aber auch die Menschen, die einem sagen: ist alles gut, wir sind für dich da. Vielen Menschen wird das in unserer Gesellschaft gewährt – und man stellt fest: manchmal ist die See rau, aber oft gibt sie einem auch Geborgenheit und die Kraft man selber zu sein. Aus eigener Erfahrung weiß ich, wie erleichternd es ist, wenn man offen mit anderen darüber reden kann, was im eigenen Herzen vorgeht, was man fühlt, was man denkt, was man sich wünscht.

Es gibt Menschen, die haben jahrzehntelang dafür gekämpft, dass man es wie selbstverständlich auch sagen darf. Es ist vielen Menschen sehr wichtig, diese Freiheit zu haben und zu gewähren. Es ist vielen Menschen wichtig zu sagen, dass auf dem Meer „alle“ willkommen sind. Warum: weil es wirklich, wirklich hilft, wenn man offen sein kann, sich nicht verstecken muss, andere Leute trifft, die einen verstehen, oder eben auch nur Leute, die sagen: bist okay so, wie du bist.

Leider ist das „alle“ in Anführungsstriche zu setzen, denn es wird einer Gruppe immer wieder verwehrt: Das ganze Thema „Pädophilie“ ist immer noch ein Tabuthema. Warum? Was richtet es an bei den Menschen, die davon betroffen wird?

Das sind die Fragen, die sich mir da sofort stellen.

Ich denke, das Warum können wir alle beantworten. Es geht um Vorurteile, um Ängste, um Wut und auch Abscheu – und es geht um Unwissen und Unverständnis.

Nur wie soll man das Unwissen und das Unverständnis abbauen? Die Vorurteile? Die Abscheu, die Wut, die Angst?

Meiner Erfahrung nach ist es am besten diesen Dingen zu begegnen mit Berichten von Menschen, die betroffen sind. Wie kann man etwas verstehen, was mit Gefühlen zu tun hat, wenn nicht damit, den Menschen, die sie haben, zuzuhören? Es bedarf mutiger Menschen, die sagen: so fühlen wir, und das tun wir – oder in diesem Fall ganz wichtig: DAS tun wir NICHT (Stichwort: Vorurteile).

Ich selber habe das Glück gehabt inzwischen mehrere mutige Menschen, wenn auch nur virtuell, treffen zu können, die mir ihre Seite berichten konnten und das auch getan haben – ich habe gerne zugehört, denn die Welt von pädophilen Menschen ist eine gänzlich andere, als es meine ist – aber in einem Punkt sind wir gleich: Wir möchten als die Menschen anerkannt werden, dir wir sind – ohne Vorverurteilungen.

Und da kommen wir zu dem Punkt: Dem Hinausfahren aufs Meer – dem Outing – als ich anfing den Leuten zu offenbaren, dass ich asexuell bin, gab es eine Reaktion, die mich quasi als krank abgestempelt hat, als abnormal, als etwas, was es nicht geben würde – ES TAT WEH. Aber es gab noch viel, viel mehr Menschen, die mir suggeriert haben: ändert für uns nichts, aber es ist gut, dass du es jetzt weißt, du bist immer noch der (wundervolle) Mensch, als den wir dich kennen.

Diese Menschen haben mir soviel Kraft gegeben. Haben mir Selbstvertrauen gegeben. Haben mir gezeigt: Ich darf in dieser Welt sein wie ich bin und das offen und ohne scheu. Das Meer gab mir Geborgenheit und innere Ruhe.

Doch wie sieht es bei Pädophilen aus? Erfahrungsberichte sind da sehr eindeutig: Die wenigsten trauen sich auf das Meer hinaus – und wer sich hinaus traut oder vielleicht sogar hinausgeworfen wird, dem schenkt das Meer keine Geborgenheit – sondern Sturm. Den „Pädos“ sagt man nicht nur, dass sie krank seien – sondern man sagt ihnen noch etwas viel Schlimmeres: Ihr seid Kriminelle. Ihr seid Abschaum. Wir wollen euch nicht. Ihr solltet sterben.

Und anders als bei mir, gibt es nicht eine negative Stimme und viele positive, sondern es gibt viele, viele laute negative Stimmen und vielleicht, ganz vielleicht, wenn ein Pädophiler Glück hat, eine positive Stimme.

Pädophile bekommen in unserer Gesellschaft keinen Halt, wenn sie an die Öffentlichkeit gehen. Schlimmer noch: Pädophile müssen in unserer Gesellschaft eine reale Angst vor Übergriffen – auch schweren körperlichen – haben, wenn das herauskommt. Vor Hassverbrechen.

Und damit kommen wir zur Angst/Wut, denn die herrscht auf allen Seiten:

Die meisten Menschen auf dieser Welt – und das schließt Pädophile mit ein – wollen, dass es Kindern gut geht, dass sie geschützt werden vor den Monstern dieser Welt, die Kinder missbrauchen, die Kinder innerlich zerstören – wir haben eine berechtige Angst/Wut vor diesen Monstern. Jeder hier auf dieser Seite will/hat das, vermutlich jeder, der je lesen wird, was ich hier schreibe. Keiner hier will Kindern schaden, oder will das Kindern Schaden zugefügt wird.

Gibt es Pädophile, die Kinder missbrauchen? Die Kindern schaden? Ja, leider gibt es die. Sollten wir diese Menschen respektieren? Nein, denn sie richten einen Schaden an, der nicht wiedergutzumachen ist, der schlimm ist.

Gibt es Pädophile, die keine Kinder missbrauchen, die Kindern nicht schaden? Ja, zum Glück gibt es auch diese. Sollten wir diese Menschen respektieren? Ja, warum, zur Hölle, nicht?! Sollten wir diesen Menschen die Chance geben ein offener Teil unserer Gesellschaft zu sein? JA, das sollten wir.

Denn was passiert denn, wenn wir diese Menschen, die es gibt, zwingen sich zu verbergen? Mit niemandem vorurteilsfrei reden zu können? Wir machen es ihnen schwerer niemandem zu schaden! Wir erschweren ihnen ein gutes Leben, in dem weder sie Schaden erleiden, noch jemals jemandem zufügen. Wir machen diese Menschen kaputt – und kaputte Menschen zerstören oft auch andere Menschen, oder sind zumindest in der Gefahr das zu tun. Wir wollen Kinder schützen? Dann müssen wir offen damit umgehen, dass es Menschen gibt, die ein romantisches und ein sexuelles Interesse an Kindern haben! Ebenso mit diesen Menschen.

Ich persönlich denke nämlich, dass es manchmal sehr helfen kann, bei einer Sache, die Schaden anrichtet, wenn man sie auslebt, jemanden dabei zu haben, der einen gut kennt und einem entweder sagen kann: lass es, oder auch einfach dabei helfen kann, es zu lassen.

Das folgende sind meine Gedanken/ein Gedankenexperiment, welches ich so noch nicht bestätigt gefunden habe, weil die allermeisten Pädophilen, mit denen ich bisher gesprochen habe, diese Art Hilfe nicht nötig hatten, weil sie gefestigte Persönlichkeiten sind und nicht in Gefahr sind übergriffig zu werden, aber, einfach mal vorstellen:

Es ist der vierte Geburtstag von Leonie. Und im Garten sind überall Kinder, Kuchen, eine Hüpfburg, eine Schlacht mit Wasserpistolen vielleicht. Ein fröhlicher, sonniger Tag. Die Eltern sind stolz wie Bolle über ihre Kinder, die Stimmung ist gut. Die Eltern wollen, dass alle gut gelaunt und sehen, dass sie ihre Kinder lieben. Die Familie von Leonie ist eingeladen und alle sind gekommen. Und jetzt verabschiedet sich einer der Gäste sehr hastig, ohne eine wirkliche Erklärung, sagen wir der Bruder (könnte aber auch die Schwester sein) von Leonies Mutter. Leonies Mutter wird vielleicht traurig sein darüber, sieht es als Ablehnung, ist vielleicht sogar dem Bruder böse, weil sie nicht weiß, warum er geht. Vielleicht verdirbt das das ganze Fest, die Familie ist sauer auf den Bruder, es gibt Streit, der Bruder kann sich nicht erklären. Eine Familie wird entzweit. Der Bruder verliert den wichtigen emotionalen Rückhalt, den eine Familie bietet.

Jetzt stellen wir uns die gleiche Situation vor dem Abgang des Bruders vor und der Bruder kann sich seiner Schwester anvertrauen und geht zur Schwester hin und erklärt ihr, dass er in Bezug auf die Kinder gerade gefährliche Gedanken hat und er deswegen geht. Es gibt keinen Streit, er hat den Rückhalt weiterhin, die Familie passt, im guten Sinne, auf ihn auf. Es passiert nichts.

Ich komme noch mal auf eine weitere Zeile des Liedes von oben zurück:

„Welche Sprache spricht dein Herz?“

Mein Herz spricht die Sprache der Zuneigung zu den Menschen – auch den Kindern. Mein Herz sagt: blinder Hass, blinde Vorurteile, blinde Vorverurteilungen schaden allen – auch den Kindern, die wir zu schützen versuchen.

Mein Herz spricht eine weitere Sprache, nämlich die der Gerechtigkeit: Es ist nicht gerecht, Menschen in die Dunkelheit zu verbannen, für etwas, für das sie nichts können, dass sie sich nicht ausgesucht haben. Es ist nicht gerecht, Menschen, die niemals etwas Schlimmes getan haben, pauschal zu verurteilen! Es ist nicht gerecht, sie auszugrenzen! Es ist nicht gerecht, Menschen für das zu verurteilen, was das Herz ihnen sagt!

Statement von Weisskuchen

Ich bin glücklich, dass diese Website existiert. Und das, obwohl ich selber nicht unter Stigmatisierung leide. Mir ist es einfach wichtig, dass die Gesellschaft aufhört, Menschen zu Unrecht zu hassen. Kein Pädophiler hat sich seine Sexualität ausgesucht, und keiner kann etwas daran ändern. Ein Pädophiler schadet zudem keinen anderen Menschen. (bis auf Ausnahmen) Ich finde es gut und wichtig, dass ihr euch zu Wort meldet, und aktiv etwas gegen die Stigmatisierung macht. Darum möchte ich euch unterstützen. Ich möchte in einer Zeit leben, in der man sich öffentlich als pädophil outen kann, ohne um sein Leben bangen zu müssen, oder ausgegrenzt zu werden. Hoffentlich schon zu meinen Lebzeiten!

Homosexualität wurde lange Zeit auch verurteilt, heute ist es weitestgehend toleriert. Selbiges muss mit der Toleranz gegenüber Pädophilie passieren. Nicht mit der Toleranz gegenüber dem aktiven Ausleben, sondern mit der Toleranz gegenüber der Neigung selbst. Leider machen einige Leute, die sich eigentlich als tolerant bezeichnen, hier auf einmal eine Ausnahme. Methoden zur Auslebung von Pädophilie, die keinen Kindern schaden (z. B. gezeichnete Pornografie (so wie Shota- oder Lolicon) oder auch Kindersexpuppen) sollten ebenfalls toleriert werden. Diese Methoden schaden niemanden, sie wirken höchstens auf Manche unethisch. Nimmt man einem Pädophilen alle Möglichkeiten zur schadlosen Auslebung, ist das vermutlich eher kontraproduktiv für den Kinderschutz. Die Untergruppe an Pädophilen, die ihre Neigung nicht unter Kontrolle haben, haben somit kein Ventil mehr. Abgesehen davon sollte man auch an die Menschenwürde der pädophilen Menschen denken. Solange man nicht nachweisen kann, dass solche Dinge das Risiko von Kindesmissbräuchen fördern, kann man es nicht einfach nach Lust und Laune verbieten. Ich kann nur sagen: Ich wünsche euch, dass ihr viel Erfolg mit dieser Website habt!

Statement von Bouře

Es ist schon eine ganze Weile her, dass ich mich zum ersten Mal gefragt habe, wer „die Pädophilen“ sind. Ich wurde einmal von einem Mann angesprochen, den ich für einen Pädophilen hielt, und das brachte mich auf die Suche nach Informationen. Ich dachte nämlich, ein Pädophiler sei ein Synonym für jemanden, der Kinder vergewaltigt. Ich war sehr überrascht, als ich auf Artikel und Interviews von Pädophilen stieß, die behaupteten, gegen Kindesmissbrauch zu sein. Wenn man von klein auf gesagt bekommt, dass ein Pädophiler eine Person ist, die irgendwo vor einem Kindergarten wartet und Kindern Süßigkeiten anbietet, damit er sie später missbrauchen kann, oder dass man jeden so nennt, der Kinder missbraucht, ist es zunächst sehr schwer zu glauben. Es ist ein so tief verwurzelter Mythos und ein Stigma, dass die Leute oft lange brauchen, um es zu verstehen… wenn überhaupt. Ich habe es auch nicht sofort akzeptiert, weil es mir so „weltfremd“ vorkam. Je mehr ich jedoch die Meinungen von Sexologen, Psychologen, Geschichten von Pädophilen und andere Informationsquellen las, desto mehr begann ich zu verstehen. Nur weil jemand ein Pädophiler ist, heißt das nicht, dass er Kinder missbraucht. Es ist eine angeborene sexuelle Vorliebe, die sie sich nicht ausgesucht haben und die sie sicherlich nicht dazu prädisponiert, sexuelle Gewalt gegen Kinder auszuüben.

Weißt du, ich fing tatsächlich an, Pädophile zu bemitleiden. Ich fand es furchtbar ungerecht, dass man als Pädophiler, obwohl man nie einem Kind wehgetan hat und auch keinem Kind wehtun will, eine Zielscheibe des Hasses ist und viele Leute einen am liebsten tot sehen würden, oder zumindest am Rande der Gesellschaft. Aber für mich war es immer noch eine Art „Schatten“, ich kannte Pädophile nur aus Zeitungsartikeln oder YouTube-Videos.

Nach etwa einem Jahr begann ich mich aufgrund eines Vorfalls wieder für Pädophilie zu interessieren. Damals entdeckte ich die Tschechische und Slowakische Pädophilengemeinschaft, auch bekannt als ČEPEK (pedofilie-info.cz). Etwa eine Woche lang las ich das ČEPEK-Forum und es brachte mich in meinem Wissen einen Schritt weiter. Es war wieder etwas Unglaubliches für mich. Ein Forum, in dem echte Pädophile reden. Pädophile, die sich weigern, Sex mit Kindern zu haben. Pädophile, die über Pädophilie reden, über Artikel aus den Medien, „wo sie wieder schlimme Dinge über sie schreiben“, Pädophile, die über Kinder reden, aber dann vielleicht auch über ganz normale Dinge wie alle anderen Menschen. Plötzlich fand ich ein Thema, auf das ich reagieren wollte, aber gleichzeitig hatte ich auch ein bisschen Angst. Aber meine Neugier war stärker, und so habe ich mich in der pädophilen Gemeinschaft engagiert.

Wer ist ein Pädophiler? Ein Pädophiler ist eine individuelle Person. Als ich anfing, mich mit ihnen im Chat zu unterhalten, wurde mir mehr und mehr klar, dass sie nicht nur „Schatten“ und Menschen am Rande der Gesellschaft sind, sondern echte Menschen, die unter uns leben. Ich habe viele von ihnen sogar schon persönlich getroffen und es ist mir sogar schon zweimal passiert, dass ich einen der Leute, die ich kenne, ganz zufällig getroffen habe, ohne dass wir uns verabredet hatten. Und ich kenne nur einen Bruchteil der Pädophilen persönlich. Möglicherweise treffe ich, wie du, Pädophile zum Beispiel auf der Straße, nur weiß ich nicht, dass sie pädophil sind. Und es muss nicht einmal nur auf der Straße sein, es können auch Ihre Freunde und andere Personen sein, die Ihnen wichtig sind. Es handelt sich um Menschen aller Altersgruppen, politischer Ansichten, Berufe, Menschen aus allen Gesellschaftsschichten und mit unterschiedlichen Persönlichkeiten. Wie also sind Pädophile? Unterschiedlich. Ich habe viele Pädophile gekannt, die jetzt meine engsten Freunde sind und von denen ich weiß, dass sie niemals einem Kind etwas antun würden und es auch nicht wollen, weil sie es einfach für falsch halten, und ich verstehe mich im Allgemeinen sehr gut mit ihnen. Gleichzeitig habe ich aber auch Menschen kennengelernt, mit denen ich, wie du, nichts zu tun haben möchte.

Selbst wenn du Pädophile hasst, nur weil sie pädophil sind, können wir uns, wenn du bereit bist, das Thema auch nur ein wenig rational zu betrachten, darauf einigen, dass die Stigmatisierung und der blinde Hass auf Pädophile als Gruppe nicht nur den Pädophilen schadet, sondern auch den potenziellen Opfern von sexuellem Missbrauch, d. h. den Kindern. Und warum? Stell dir einen Pädophilen vor, der keine Einsicht in seine Sexualität hat und damit droht, ein Kind sexuell zu missbrauchen. Was wird er in einer Gesellschaft tun, in der man ihn hasst und in der er zu Recht befürchtet, dass er sich in Gefahr begibt, wenn er sein Problem jemandem anvertraut? Wahrscheinlich wird er auf sich allein gestellt sein, und vielleicht wird er tatsächlich ein Kind verletzen. Selbst in Fachbüchern über sexuellen Kindesmissbrauch oder anderer Fachliteratur, die von Menschen geschrieben wurde, die sich seit Jahrzehnten oder sogar ihr ganzes Leben lang mit diesem Thema befassen, wirst du lesen, dass die Unterstützung von Pädophilen, die Hilfe brauchen, eine der Säulen des Schutzes vor sexuellem Missbrauch und die effektivste Art und Weise ist, mit diesen Menschen zu arbeiten. Das heißt, dass Pädophile lernen sollen, in Harmonie mit der Gesellschaft zu leben und ein möglichst glückliches Leben innerhalb der Grenzen des Gesetzes zu führen. Nicht blinder Hass und der Versuch, Pädophile noch weiter auszugrenzen. Was ist meine Botschaft an Pädophile? Versuche, ein möglichst glückliches Leben zu führen, mit einem reinen Gewissen gegenüber deinen Kindern, und wenn du kannst, weise negative Kommentare über Pädophile von Menschen zurück, die ihnen nur schaden wollen. Wenn es dir gelungen ist, auch nur eine Person davon zu überzeugen, dass die meisten sexuellen Übergriffe auf Kinder nicht die Schuld von Pädophilen sind oder dass nicht jeder Pädophile Kinder missbraucht, betrachte dies als Erfolg. Irgendwann werden sie wieder mit dem Thema in Berührung kommen und vielleicht wird auch nur eine solche Information in ihren Köpfen herumspuken und sie werden versuchen, mehr über das Thema herauszufinden. Ich glaube, die meisten Leute, die gegen „Pädophile“ sind, sind gar nicht so sehr gegen Pädophile als vielmehr gegen Sexualstraftäter, sie können das einfach nicht unterscheiden. So wie ich es einst tat. Wenn du die Energie hast, habe Geduld mit Menschen, die mehr über Pädophilie erfahren möchten, aber das Thema noch nicht ganz verstehen oder noch immer vorgefasste Meinungen haben. Als ich mich in der Gesellschaft geoutet habe, war ich nicht anders und habe vieles nicht verstanden. Und heute? Vor kurzem wurde ich sogar Moderatorin bei ČEPEK, was ich was ich eigentlich nicht sein könnte, wenn ich Vorurteile gegen Pädophile hätte.

Man hat sich seine Sexualität nicht ausgesucht, aber man kann sein Verhalten schon beeinflussen. Was auch immer in der Fantasie ist, ist in Ordnung. Du bist nicht weniger Mensch, nur weil du dich sexuell zu Kindern hingezogen fühlst, auch wenn viele Menschen versuchen, dir etwas anderes einzureden. Auch du bist ein Mensch und ein vollwertiges Mitglied der Gesellschaft, und niemand hat das Recht, dich nur wegen deiner Sexualität schlechter zu behandeln. Auch Dinge, die Pädophilen helfen, ihre Sexualität auszuleben, ohne jemanden zu verletzen, wie Sexpuppen oder Zeichnungen von Kindern in sexuellen Stellungen, sollten meiner Meinung nach nicht verboten werden. Denn sie tun niemandem weh, und es gibt keinen Beweis dafür, dass sie jemanden dazu verleiten, Kinder zu verletzen.

Ich glaube, dass Anti-C Pädophile eines Tages eine viel bessere Stellung in der Gesellschaft haben werden und ein besseres Leben führen werden. Ich glaube auch, dass ich das noch erleben werde.